Als im Jahr 2005 in Berlin die studiVZ Ltd. gegründet wurde und am 11.11.2005 mit dem sozialen Netzwerk studiVZ an den Start ging, steckte Facebook noch in den Kinderschuhen und im Internet existierten eine ganze Reihe verschiedener sozialer Netzwerke.

Es handelte sich bei studiVZ um ein soziales Netzwerk für Studenten, dem im Februar 2007 der Ableger schülerVZ und im Jahr 2008 mein VZ folgten.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008 konnte studiVZ 5,5 Millionen angemeldete Benutzer verzeichnen und gehörte zu dieser Zeit sowohl zu den meistbesuchten Webseiten, als auch zu den beliebtesten sozialen Netzwerken in Deutschland.

Im Januar 2009 konnten alle drei Seiten der VZ-Netzwerke mehr als 11,2 Milliarden Seitenaufrufe verzeichnen und auch im Jahr April 2011 lagen die Seitenaufrufe noch bei etwa 4,6 Milliarden.

Während sich bei meinVZ jeder Nutzer beliebig anmelden konnte, benötigte man zum Beitritt bei studiVZ eine Einladung und musste ein Studium absolvieren. Zur Registrierung auf schülerVZ waren lediglich Schüler zugelassen, auch um Missbrauch entgegenzuwirken, wofür man ebenfalls eine Einladung benötigte und mindestens 10 Jahre alt sein musste. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass sich Erwachsene auf der Webseite anmelden können, was allerdings immer mal wieder vorkam.

Im Januar 2010 verzeichnete schülerVZ insgesamt 5,6 Millionen registrierte Benutzer, was einem Anteil von 84 % aller deutschsprachigen Schüler entsprach. Zu dieser Zeit rief jedes Mitglied auf der Seite im Durchschnitt eine Seite am Tag auf, was etwa 111 Millionen Seitenaufrufe zur Folge hatte.

Jedoch begann zu dieser Zeit auch der Siegeszug von Facebook, sodass immer mehr Nutzer anderer Netzwerke auf die Plattform von Facebook wechselten.

So musste in der Folge im Mai 2014 unter anderem die Plattform wer-kennt-wen, die noch im Jahr 2012 zu den beliebtesten sozialen Netzwerken hierzulande gehörte, ihre Pforten schließen.

Und auch die VZ Netzwerke litten enorm unter der großen Facebook-Konkurrenz, sodass die Zahl der Seitenaufrufe von 11,4 Milliarden im Juni 2010 auf 3,2 Milliarden sank und im Juni 2012 sogar nur noch 656 Millionen Seitenaufrufe verzeichnet werden konnten.

Nachdem das Unternehmen in der Folge mehrmals den Besitzer wechselte und im Jahr 2012 von der poolworks (Germany) Ltd. übernommen wurde, meldete dieses Unternehmen am 07.11.2017 schließlich Insolvenz an.

Von den ehemals drei Webseiten existieren seit dem Jahr 2013 nur noch studiVZ und mein VZ, nachdem schülerVZ im April 2013 geschlossen wurde.

Allerdings ist nach der Insolvenz der poolworks (Germany) Ltd. und aufgrund der immer geringeren Relevanz der VZ Netzwerke auch die Zukunft von studiVZ und meinVZ alles andere als gesichert.